Unsere Geschichte

Die Vorgeschichte der Deutschen Humanitären Stiftung begann eigentlich schon 1989.

Eine deutsche Jugendgruppe, die aus rund 45 Leuten bestand, machte 1989 in Pula (damals Jugoslawien) Urlaub. Einige Jugendliche wollten sonntags zur Kirche und sie waren verwundert, dass vor der Kirche ein kleines Polizeiauto stand und die Namen der Kirchenbesucher notierte. In einem späteren Gespräch mit dem Pfarrer stellte sich heraus, dass Kirchenbesuche zwar erlaubt waren, aber der Staat das wohl nicht gerne sah. Auch war von einigen beruflichen Problemen zu hören, die Kirchenbesucher hatten. Dies war wohl auch ein Grund, warum die Kirche nicht sonderlich stark besucht war und so entstand ein Kontakt zu Pfarrer Djuro Vuradin, der zu der Zeit alleine im Kloster Pula tätig war.

Im August 1991 waren 2 Jugendliche der Gruppe in Italien in Urlaub. Auf dem Rückweg fuhren sie mit dem Motorrad über Jugoslawien nach Deutschland zurück und besuchten Pfarrer Vuradin. Hierbei fuhren sie mitten in den Kriegsbeginn und in den beginnenden Zerfall Jugoslawiens. Panzer gegen Menschen, Angst und man sah eine Welt, die man sonst nur vom Fernseher her kannte. Ein Motorradfahrer war der Vorsitzende der Jugendgruppe, die 1989 schon in Jugoslawien war. Die Gruppe selbst hatte 1991 rund 250 Mitglieder, die hauptsächlich in der Westpfalz und im benachbarten Saarland zuhause waren.

Zuhause angekommen traf man sich mit den anderen Mitgliedern und es wurde beschlossenen, dass ein Hilfstransport für die Menschen in Pula organisiert wurde. Zu der Zeit wurden die Grenzen bereits offiziell geschlossen, doch der jugoslawische Staat hatte schon die Macht über die nördlichen Grenzen verloren. Slowenen und Kroaten gingen in den Widerstand, das österreichische Bundesheer machte mobil und sicherte die Grenzen gegen Jugoslawien mit schweren Waffen ab.

Was also im August durch eine Motorradtour begann, löste eine Sammlung von Hilfsgütern aus. Hierbei gelang es der Jugendgruppe unter anderen die damaligen Bundestagsabgeordneten Dr. Heiner Geißler (CDU), Lothar Fischer (SPD), wie die Europaabgeordnete Doris Pack (CDU), als Schirmherren für die Aktion zu gewinnen.

Am 13. Dezember 1991 startete so der erste Lkw mit ca. 60 Kubikmetern HIlfsgütern (Lebensmittel, Medikamente, Kleidung), wie einem Begleitfahrzeug, vor der Festhalle in Zweibrücken und wurde von der Europaabgeordneten Doris Pack verabschiedet. Der Lkw wurde kostenfrei von der Karlsberg Brauerei Homburg gestellt. Gefahren wurde der Lkw von dem damaligen Bundeswehrsoldaten Roland Lautner, der sich ehrenamtlich in der Humanitären Hilfe engagierte und für den Transport Urlaub nahm. Die Organisation, die Sammlungen, die Fahrt nach Pula, alles war viel Arbeit und man dachte sich, das ist eine einmalige Aktion.

In Jugoslawien angekommen hatte sich die Lage bereits deutlich, im Verhältnis zum August, verschlechtert. Menschen aus anderen Teilen des Landes waren mit den Kleidern am Leib nach Pula geflüchtet und lebten in großer Not. Es gab Berichte von brutalen Morden an Kindern, Frauen und Männern, Vergwaltigungen und Plünderungen. So entschloss man sich noch einen Hilfstransport zu organisieren und noch einen Hilfstransport und so wurde eine Hilfsorganisation geboren.

Von 1991 bis 1994 waren wir als Verein tätig (gemeinnützig anerkannt). Zuerst im Raum der Westpfalz und dem Saarpfalzkreis, dann weitete sich die Arbeit aus auf das Bundesgebiet, Österreich, die Schweiz und wir fanden auch in anderen Ländern Unterstützer. 1994 wurde der Verein aufgelöst und in die Deutsche Humanitäre Stiftung umgewandelt und wir stellten uns somit freiwillig unter staatliche Aufsicht. Geld gibt es nicht vom Staat, aber wir dachten, es ist so leichter weitere Freunde für unsere Projekte zu finden. Die Stiftung wurde ebenfalls als gemeinnützig/mildtätig anerkannt.

 

Ein Überblick:

Die eigentliche Arbeit begann im August 1991.

-Von 1991 bis 1995 organisierten wir viele Hilfstransporte ins ehemalige Jugoslawien. Unser Ziel war dabei immer die Übergabe der Hilfsgüter, direkt in die Hände der Menschen. Das machte uns oft viele Probleme, manchmal riefen wir dann auch Fernsehteams oder politische Kontakte um Hilfe, aber wir konnten die HIlfsgüter dafür bis zu den Menschen durchbringen. Im Norden von Bosnien organisierten wir dann 1995/1996 ein Flüchtlingscamp über rund 1 Jahr. Es begann mit Zelten und wir verliesen die Region, als die Leute wieder in Häuser ziehen konnten. Insgesamt betreuten wir in einem eigenen Zeltdorf mit einer eigenen Ambulanz, Küche, Schule, rund 900 Kinder, 300 Frauen und 50 Männer. Die restlichen Männer fielen auf der Flucht Kriegsverbrechen zum Opfer. Oft wurden alle männlichen Personen, über 15 Jahren ermordet.

-1996 bis 2001 unterstützten wir durch Patenschaften Flüchtlinge in Bosnien, die das Land aufbauten und sich wieder einen Platz zum Leben suchten.

-1996 bis 1998 bauten wir ein neues Projekt in Mosambik auf. Dies war unser erstes Projekt der Entwicklungshilfe.

-1998 bis 2000 führten wir mehrere Hilfstransporte für Kriegsflüchltinge in Albanien und im Kosovo durch.

-Seit 2001 organisieren wir ein Projekt der Entwicklungshilfe in Mexiko. Wir helfen Kindern, dass sie nicht zur Feldarbeit müssen, dass sie dafür zur Schule gehen können und dass auch die Familien Nothilfen (regelmäßig Lebensmittel, Hygienematerial, etc.) bekommen können. Es stehen auch Nothilfen auf dem Programm, wie soweit finanzierbar medizinische Hilfen.

-Von 2002 bis 2010 organisierten wir ein Projekt wie in Mexiko, in Bulgarien (Smolian, Gabrovo, Gostiliza). Durch den EU Beitritt Bulgarien lief das Projekt aus.

-2003 organisierten wir Hilfen für 2 Krankenhäuser in Bagdad/Irak.

-2004 halfen wir bei dem Hochwasser in Seegrena/Wittenberg mit einem Hilfstransport und dem Kauf von Baumaterial für Menschen, die keine Versicherung und keine staatlichen Hilfen, aber kaputte Häuser hatten und wenig Geld.

-2004/2005 organisierten wir ein Hilfsprojekt in Indonesien (Tsunami in Sumatra) und schickten hierbei auch mehrere Schiffscontainer mit Medikamenten, Lebensmitteln, Kleidung in das Land.

-2008 bis 2010 organisierten wir Hilfstransporte für Flüchtlinge in Nordgeorgien (Kaukasus).

-2008 bis 2012 organisierten wir ein Projekt der Entwicklungshilfe (ähnlich wie in Mexiko) in Avedje/Togo.

-2016 halfen wir bei der Hochwasserhilfe in Deutschland mit.

-Seit 2010 bis heute organisieren/unterstützen wir ein Projekt der Entwicklungshilfe (wie in Mexiko) in Tbilisi/Georgien.

-Seit 2010 bis heute organisieren/unterstützen wir ein Projekt der Entwicklungshilfe (wie in Mexiko) in Tbilisi/Georgien.

 

Von der Geschichte ins jetzt:

Wir, das sind übrigens rund 500 Patinnen und Paten, ca. 200 ehrenamtliche Helfer/innen und regelmäßige Spender/innen, wie aktuell 8 hauptamtliche Mitarbeiter/innen in den Projektländern und in Deutschland. Ergänzt werden die hauptamtlichen Kräfte durch ehrenamtliche Freundinnen und Freunde. Wir stehen oft mit dem Rücken finanziell zur Wand, erhalten keine staatlichen Hilfen und sind auf Patenschaften, Spenden und ehrenamtliche Kräfte angewiesen. Unsere Verwaltungskosten liegen im Schnitt bei ca. 14 bis 18%, je nach Projektjahr. Erlaubt sind 30 bis 35%. Es wird viel gemacht, wir denken es steckt auch viel Herzblut in der Arbeit und wir freuen uns über Mitstreiter/innen und Freunde. Helfen Sie uns zu helfen.

Aktuell haben wir im Kuratorium (Schirrmherren): Frau Anita Schäfer (MdB), Frau Angelika Glöckner (MdB), Frau Doris Pack (ehemalige EU Abgeordnete) und Herr Ralf Hechler (Bürgermeister von Ramstein).